Wer eine Stadt in Schleswig-Holstein mit bedeutenden Kirchen sucht, findet die größte Dichte historischer Sakralbauten in Lübeck, Schleswig, Flensburg und Kiel. Lübeck gilt mit sieben Türmen als Zentrum der norddeutschen Backsteingotik, Schleswig beherbergt mit dem St.-Petri-Dom das älteste Bischofszentrum des Landes. Beide Städte sind ganzjährig kostenlos zugänglich.
Welche Stadt in Schleswig-Holstein hat die bekanntesten Kirchen?
Lübeck hat die bekanntesten Kirchen Schleswig-Holsteins. Die Hansestadt trägt den Beinamen „Stadt der sieben Türme“, weil fünf gotische Backsteinkirchen ihre Silhouette prägen. Die Altstadt zählt seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Marienkirche in Lübeck besitzt mit rund 38,5 Metern das höchste Backsteingewölbe der Welt. Sie diente als Vorbild für über 70 Kirchen im Ostseeraum. Ihre zerschellten Glocken liegen bis heute als Mahnmal am Boden der Südturmkapelle – zurückgelassen nach dem Luftangriff von 1942.
Neben der Marienkirche prägen der Lübecker Dom, die St.-Petri-Kirche mit Aussichtsplattform sowie St. Jakobi und St. Aegidien das Stadtbild. Mehr zu den unterschiedlichen Turmformen und ihrer Bedeutung liest du im Beitrag Kirchtürme und Glocken verstehen.
Was macht Schleswig zur ältesten Kirchenstadt des Landes?
Schleswig ist die älteste Kirchenstadt des Landes, weil hier bereits um 947 ein Bistum gegründet wurde. Der St.-Petri-Dom ist das geistliche Zentrum der Nordkirche und Sitz des Bischofs für Schleswig und Holstein.
Ein Dom ist eine Bischofskirche, also die Hauptkirche eines Bistums oder eines Kirchensprengels. Der Schleswiger Dom beherbergt den Bordesholmer Altar von Hans Brüggemann aus dem Jahr 1521, ein Schnitzwerk mit über 390 Figuren aus Eichenholz.
Der Dom liegt in der Altstadt nahe dem Wikingermuseum Haithabu. Die Stadt Schleswig verbindet damit frühmittelalterliche Handelsgeschichte und norddeutsche Kirchenkunst auf engem Raum. Weitere Informationen zur Region bietet das Wikipedia-Portal zu Schleswig-Holstein.
Welche weiteren Städte lohnen sich für Kirchenbesuche?
Flensburg, Kiel, Husum und Rendsburg lohnen sich neben Lübeck und Schleswig besonders. Jede dieser Städte besitzt mindestens eine denkmalgeschützte Hauptkirche mit eigener Bau- und Kunstgeschichte.
Flensburg
Die St.-Marien-Kirche und die St.-Nikolai-Kirche prägen die Flensburger Altstadt. St. Nikolai besitzt eine Orgel, deren Prospekt aus dem Jahr 1609 stammt und als eine der wertvollsten Renaissance-Orgeln Norddeutschlands gilt.
Kiel
Die Nikolaikirche am Alten Markt ist die älteste Kirche der Landeshauptstadt Kiel, gegründet 1242. Vor ihr steht die Bronzeplastik „Der Geistkämpfer“ von Ernst Barlach aus dem Jahr 1928.
Husum und Rendsburg
Husums Marienkirche wurde im 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil neu errichtet. Rendsburg besitzt mit der Christkirche einen barocken Predigtsaal von 1700, der zur Garnisonsstadt-Geschichte passt.
| Stadt | Bedeutende Kirche | Baustil |
|---|---|---|
| Lübeck | Marienkirche | Backsteingotik |
| Schleswig | St.-Petri-Dom | Gotik / Backstein |
| Flensburg | St. Nikolai | Gotik |
| Kiel | Nikolaikirche | Backsteingotik |
| Rendsburg | Christkirche | Barock |
Wie plane ich einen Kirchenbesuch in einer Stadt in Schleswig-Holstein?
Prüfe vor dem Besuch die Öffnungszeiten und Gottesdienstzeiten, denn viele Kirchen sind während Trauungen oder Konzerten geschlossen. Der Eintritt in Pfarrkirchen ist in Schleswig-Holstein in der Regel kostenlos; Turmbesteigungen und Sonderführungen kosten meist zwischen 2 und 6 Euro.
Die meisten Hauptkirchen öffnen im Sommer von 10 bis 18 Uhr, im Winter oft nur bis 16 Uhr. Aktuelle Zeiten findest du auf den Seiten der jeweiligen Kirchengemeinde oder der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.
Reist du mit Kinderwagen oder Rollstuhl an, lohnt ein Blick in unseren Ratgeber Barrierefreie Kirchen finden. Wer eine kirchliche Feier plant, findet unter Taufe in der Kirche organisieren die passenden Schritte.
Praktische Hinweise für den Besuch
Fotografieren ist in den meisten Kirchen erlaubt, Blitzlicht und Stativ jedoch häufig untersagt. Während der Gottesdienste sollten Besucher auf Rundgänge verzichten. In Lübeck und Schleswig gibt es Audioguides in mehreren Sprachen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Stadt in Schleswig-Holstein hat die meisten Kirchen?
Lübeck hat die meisten historisch bedeutenden Kirchen. Fünf große Backsteinkirchen prägen die Altstadt, weshalb die Hansestadt „Stadt der sieben Türme“ genannt wird. Die gesamte Altstadt gehört seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist zu Fuß gut erreichbar.
Wo befindet sich der wichtigste Dom in Schleswig-Holstein?
Der wichtigste Dom steht in Schleswig. Der St.-Petri-Dom ist Bischofssitz der Nordkirche und beherbergt den Bordesholmer Altar von 1521 mit über 390 geschnitzten Eichenholzfiguren. Der Dom liegt in der Altstadt nahe dem Wikingermuseum Haithabu.
Kostet der Eintritt in Kirchen in Schleswig-Holstein Geld?
Der Eintritt in Pfarrkirchen ist in der Regel kostenlos. Nur Turmbesteigungen, Sonderführungen oder Ausstellungen kosten meist zwischen 2 und 6 Euro. Über eine Spende an der Kollektenbox freuen sich die Gemeinden zur Erhaltung der Bausubstanz.
Welche Stadt eignet sich für einen Tagesausflug mit Kirchen?
Lübeck eignet sich am besten für einen Tagesausflug, weil fünf Hauptkirchen fußläufig in der kompakten Altstadt liegen. Alternativ verbindet Schleswig den St.-Petri-Dom mit dem Wikingermuseum Haithabu und lässt sich ebenfalls an einem Tag erkunden.
Fazit
Eine Stadt in Schleswig-Holstein bietet für Kirchenbegeisterte eine ungewöhnliche Vielfalt: von der Backsteingotik in Lübeck über den Bischofsdom in Schleswig bis zu barocken Predigtsälen in Rendsburg. Der Eintritt ist meist kostenlos, die Türme prägen jede Skyline. Plane deinen nächsten Besuch, prüfe die Öffnungszeiten der Gemeinde und entdecke die norddeutsche Sakralarchitektur vor Ort.