Schleswig-Holstein in Deutschland beherbergt einige der bedeutendsten Sakralbauten Norddeutschlands, darunter den Schleswiger Dom St. Petri, die sieben Türme Lübecks und den Ratzeburger Dom. Prägend ist die Backsteingotik, eine mittelalterliche Bauweise aus gebranntem Ziegel. Wer Kirchen zwischen Nord- und Ostsee sucht, findet hier romanische, gotische und moderne Bauten dicht beieinander.
Was macht die Kirchen in Schleswig-Holstein besonders?
Die Kirchen in Schleswig-Holstein prägt vor allem der rote Backstein, weil Naturstein in der norddeutschen Tiefebene selten ist. Ziegel wurden ab dem 12. Jahrhundert lokal gebrannt und formten einen eigenen Baustil.
Backsteingotik ist eine gotische Bauweise, die statt Werkstein gebrannte Tonziegel verwendet. Sie entstand entlang der Ostseeküste und verbindet Schleswig-Holstein mit Mecklenburg, Brandenburg und dem Baltikum. Die typischen roten Fassaden prägen bis heute das Ortsbild vieler Dörfer und Städte.
Das nördlichste Bundesland liegt zwischen Nord- und Ostsee und grenzt an Dänemark. Diese Lage brachte über Jahrhunderte skandinavische und norddeutsche Einflüsse zusammen, die sich in der Ausstattung vieler Gotteshäuser widerspiegeln.
Welche Kirchen sollte man in Schleswig-Holstein sehen?
Zu den wichtigsten Sakralbauten gehören der Schleswiger Dom, die Lübecker Marienkirche und der Ratzeburger Dom. Alle drei zählen zu den Höhepunkten mittelalterlicher Baukunst im Norden Deutschlands.
Schleswiger Dom St. Petri
Der Schleswiger Dom St. Petri ist die Bischofskirche des Sprengels Schleswig und Hauptwerk der Region. Sein Turm misst 112 Meter und ist damit einer der höchsten Kirchtürme Norddeutschlands.
Im Inneren steht der Bordesholmer Altar, ein Schnitzaltar von Hans Brüggemann aus dem Jahr 1521. Er zeigt rund 390 Figuren und gilt als Meisterwerk der spätgotischen Bildschnitzerei. Mehr zur Domstadt selbst findest du im Beitrag über die Stadt Schleswig-Holstein.
Lübecker Marienkirche und Dom
Die Lübecker Marienkirche gilt als Mutterkirche der Backsteingotik und diente über 70 weiteren Kirchen im Ostseeraum als Vorbild. Ihre beiden Türme erreichen rund 125 Meter Höhe, ihr Mittelschiff ist mit etwa 38,5 Metern das höchste Backsteingewölbe der Welt.
Die Lübecker Altstadt mit ihren fünf Hauptkirchen zählt seit 1987 zum UNESCO-Welterbe. Wer die Türme und ihre Geschichte genauer verstehen will, findet Hintergründe im Artikel über Kirchtürme und Glocken.
Ratzeburger Dom
Der Ratzeburger Dom aus dem 12. Jahrhundert ist einer der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Heinrich der Löwe ließ ihn ab etwa 1160 errichten, weshalb er romanische Formen zeigt.
Wie prägen Sakralbauten die Landschaft in Schleswig-Holstein?
Kirchtürme dienen in Schleswig-Holstein bis heute als Orientierungspunkte in der flachen Marsch- und Geestlandschaft. In vielen Dörfern ist der Turm das höchste Bauwerk weit und breit.
Auf den Halligen und an der Westküste stehen Kirchen oft auf künstlichen Warften, um sie vor Sturmfluten zu schützen. Diese Bauweise verbindet Glaube und Küstenschutz zu einem eigenen Landschaftsbild. Wie Gotteshäuser Regionen formen, zeigt der Beitrag zur Landschaft in Deutschland.
| Bauwerk | Ort | Stil | Turmhöhe |
|---|---|---|---|
| Dom St. Petri | Schleswig | Backsteingotik | 112 m |
| Marienkirche | Lübeck | Backsteingotik | ca. 125 m |
| Ratzeburger Dom | Ratzeburg | Romanik | ca. 48 m |
Wann sind die Kirchen geöffnet?
Die meisten großen Kirchen in Schleswig-Holstein sind tagsüber kostenlos zugänglich, oft von 10 bis 17 Uhr. Für Turmbesteigungen oder Sonderausstellungen können Eintrittsgelder anfallen.
Genaue Öffnungszeiten hängen von Saison und Gottesdiensten ab. Ein Blick auf die Website der jeweiligen Kirchengemeinde vor dem Besuch lohnt sich. Wer auf Zugänglichkeit angewiesen ist, findet Hinweise im Beitrag über barrierefreie Kirchen.
Welche Rolle spielt die Reformation?
Schleswig-Holstein wurde ab 1542 offiziell evangelisch-lutherisch, geprägt durch die Kirchenordnung Herzog Christians III. Die meisten historischen Kirchen gehören heute zur Nordkirche.
Die Reformation veränderte die Ausstattung: Altäre blieben oft erhalten, während Seitenkapellen und Heiligenverehrung zurückgingen. Manche entwidmete Gotteshäuser wurden später umgenutzt, wie im Artikel über entwidmete Kirchen beschrieben. Die Nachbarschaft zu Hamburgs Kirchen zeigt, wie eng die norddeutsche Sakrallandschaft verflochten ist.
Weiterführende Informationen bieten die Seiten der Wikipedia zur Backsteingotik sowie das offizielle UNESCO-Welterbeverzeichnis der Hansestadt Lübeck.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche ist die bekannteste Kirche in Schleswig-Holstein?
Der Schleswiger Dom St. Petri gilt als bekanntestes Gotteshaus des Bundeslandes. Berühmt macht ihn der Bordesholmer Altar von Hans Brüggemann aus dem Jahr 1521 mit rund 390 geschnitzten Figuren. Auch die Lübecker Marienkirche ist als Mutterkirche der Backsteingotik überregional bekannt und diente vielen Kirchen im Ostseeraum als Vorbild.
Was ist Backsteingotik in Schleswig-Holstein?
Backsteingotik ist eine gotische Bauweise, die statt Naturstein gebrannte Tonziegel verwendet. In Schleswig-Holstein und im gesamten Ostseeraum entstand sie, weil Werkstein in der norddeutschen Tiefebene selten war. Die roten Ziegelfassaden prägen bis heute Dome, Stadtkirchen und Dorfkirchen zwischen Nord- und Ostsee und verbinden die Region baulich mit dem Baltikum.
Gehört Lübeck zum UNESCO-Welterbe?
Ja, die Altstadt der Hansestadt Lübeck steht seit 1987 auf der UNESCO-Welterbeliste. Ausschlaggebend waren die geschlossene mittelalterliche Struktur und die fünf Hauptkirchen aus Backstein. Die Marienkirche mit dem höchsten Backsteingewölbe der Welt gilt als architektonischer Höhepunkt und beeinflusste den Kirchenbau im gesamten Ostseeraum.
Sind die Kirchen in Schleswig-Holstein evangelisch?
Die meisten historischen Kirchen in Schleswig-Holstein sind seit der Reformation von 1542 evangelisch-lutherisch und gehören heute zur Nordkirche. Katholische und andere Gemeinden bestehen ebenfalls, vor allem in größeren Städten. Die lutherische Prägung zeigt sich in der schlichten Ausstattung vieler Innenräume, während spätgotische Altäre oft erhalten blieben.
Fazit
Schleswig-Holstein verbindet romanische Dome, gotische Backsteinkirchen und moderne Gotteshäuser auf engem Raum zwischen zwei Meeren. Der Schleswiger Dom, die Lübecker Marienkirche und der Ratzeburger Dom lohnen jeden Umweg. Plane deinen nächsten Ausflug entlang der Kirchtürme und entdecke die Sakralbauten des Nordens vor Ort.