Hamburgs Kirchen: Die fünf Hauptkirchen und ihre Geschichte

Hamburgs Kirchen werden durch fünf evangelisch-lutherische Hauptkirchen geprägt: St. Petri, St. Nikolai, St. Katharinen, St. Jacobi und St. Michaelis. Der barocke “Michel” mit seinem 132 Meter hohen Turm gilt als Wahrzeichen der Stadt, während die Ruine von St. Nikolai heute als Mahnmal dient. Zusammen erzählen sie die Geschichte der Hansestadt vom Mittelalter bis heute.

Welche sind die fünf Hauptkirchen Hamburgs?

Die fünf Hauptkirchen Hamburgs sind St. Petri, St. Nikolai, St. Katharinen, St. Jacobi und St. Michaelis. Eine Hauptkirche ist im Hamburger Sprachgebrauch eine der historisch bedeutendsten Pfarrkirchen der Innenstadt mit eigenem Rang innerhalb der Nordkirche.

Vier dieser Kirchen stammen aus dem Mittelalter, St. Michaelis kam als Barockbau später hinzu. Ihre Türme bilden bis heute die klassische Silhouette der Hamburger Altstadt. Diese Skyline hat über Jahrhunderte das Bild der Hansestadt bestimmt.

Wie Kirchen ganze Regionen optisch bestimmen, zeigt auch unser Beitrag zur Landschaft in Deutschland und wie Kirchen sie prägen. In Hamburg ersetzt die Stadtsilhouette die Landschaft, doch das Prinzip bleibt gleich.

Warum ist St. Michaelis das Wahrzeichen der Stadt?

St. Michaelis ist das Wahrzeichen Hamburgs, weil sein 132 Meter hoher Barockturm weithin sichtbar ist und Seefahrer ihn früher zur Orientierung nutzten. Der Volksmund nennt die Kirche schlicht “Michel”.

Die heutige Kirche ist der dritte Bau an dieser Stelle. Der erste brannte 1750 nach einem Blitzeinschlag ab, der zweite wurde 1906 bei Reparaturarbeiten durch Feuer zerstört, der dritte 1912 fertiggestellt. Diese Baugeschichte ist laut Wikipedia dokumentiert.

Von der Aussichtsplattform in rund 106 Metern Höhe blickt man über Hafen, Alster und Speicherstadt. Der Turm ist über Treppe oder Aufzug erreichbar. Wer mehr über Türme wissen möchte, findet Grundlagen in unserem Beitrag zu Kirchtürmen und Glocken.

Was hat es mit der Ruine von St. Nikolai auf sich?

St. Nikolai ist heute eine Ruine und dient als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt. Nur der Turm und Teile der Außenmauern blieben nach den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg 1943 erhalten.

Der neugotische Bau war laut Wikipedia von 1874 bis 1876 mit 147 Metern das höchste Gebäude der Welt. Der Turm zählt bis heute zu den höchsten Kirchtürmen Deutschlands.

Ein gläserner Panorama-Aufzug führt Besucher auf eine Aussichtsplattform in 76 Metern Höhe. Im Gewölbekeller informiert eine Dauerausstellung über die Zerstörung der Stadt. Der Eintritt zum Mahnmal-Bereich ist teils kostenpflichtig.

Hamburgs Kirchen im mittelalterlichen Kern: Petri, Katharinen und Jacobi

Die drei mittelalterlichen Hauptkirchen St. Petri, St. Katharinen und St. Jacobi bilden zusammen mit dem Michel den historischen Kern von Hamburgs Kirchen. Alle drei wurden nach Kriegsschäden wieder aufgebaut.

St. Petri – die älteste Pfarrkirche

St. Petri gilt als älteste Pfarrkirche Hamburgs, ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die heutige Kirche ist überwiegend neugotisch, nachdem der Vorgängerbau beim großen Brand von 1842 zerstört wurde.

St. Katharinen – am Rand der Speicherstadt

St. Katharinen steht am Rand der Speicherstadt und war einst die Kirche der Schiffer und Kaufleute. Ihr Backsteinturm mit barocker Haube prägt die Silhouette der Hafencity.

St. Jacobi – Heimat der Arp-Schnitger-Orgel

St. Jacobi beherbergt eine berühmte Orgel von Arp Schnitger aus dem frühen 18. Jahrhundert, eines der bedeutendsten Barockinstrumente Nordeuropas. Diese Orgel überstand den Krieg, weil ihre Pfeifen rechtzeitig ausgelagert wurden.

Wann sind Hamburgs Kirchen geöffnet und was kostet der Besuch?

Die meisten Hauptkirchen in Hamburg sind täglich geöffnet und der Besuch des Kirchenraums ist kostenlos. Kostenpflichtig sind in der Regel nur die Turmbesteigungen und Sonderausstellungen.

Die genauen Öffnungszeiten schwanken saisonal und nach Gottesdienstplan. Vor einem Besuch lohnt sich ein Blick auf die offizielle Seite der jeweiligen Gemeinde. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die Türme.

Kirche Baustil Turmhöhe (ca.) Aussichtsplattform
St. Michaelis Barock 132 m ja, ca. 106 m
St. Nikolai Neugotik (Ruine) 147 m ja, ca. 76 m
St. Petri Neugotik 132 m eingeschränkt
St. Katharinen Backsteingotik 117 m nein
St. Jacobi Backsteingotik 124 m nein

Wer auf stufenlosen Zugang angewiesen ist, sollte vorab die Barrierefreiheit prüfen. Praktische Hinweise dazu gibt unser Beitrag über barrierefreie Kirchen.

Wie erkundet man Hamburgs Kirchen am besten?

Am besten erkundet man Hamburgs Kirchen zu Fuß, da alle fünf Hauptkirchen in der Innenstadt liegen und in einem Rundgang von etwa zwei bis drei Stunden erreichbar sind. Die Wege zwischen den Kirchen betragen jeweils nur wenige hundert Meter.

Ein sinnvoller Startpunkt ist St. Petri in der Mönckebergstraße, von dort führt der Weg über St. Jacobi und St. Katharinen zum Michel. St. Nikolai liegt zentral zwischen diesen Stationen. Feste Schuhe und etwas Zeit für die Türme sind empfehlenswert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viele Hauptkirchen hat Hamburg?

Hamburg hat fünf evangelisch-lutherische Hauptkirchen: St. Petri, St. Nikolai, St. Katharinen, St. Jacobi und St. Michaelis. Vier davon stammen aus dem Mittelalter, St. Michaelis wurde als Barockbau errichtet. Sie gelten als die historisch bedeutendsten Pfarrkirchen der Hansestadt und prägen bis heute die Silhouette der Altstadt.

Welche Kirche in Hamburg kann man besteigen?

Besteigen kann man vor allem St. Michaelis mit einer Aussichtsplattform in rund 106 Metern Höhe sowie den Turm der Ruine St. Nikolai, der über einen gläsernen Aufzug bis auf etwa 76 Meter erreichbar ist. Beide bieten weite Blicke über Hafen, Speicherstadt und Innenstadt. Für die Türme wird in der Regel Eintritt fällig.

Ist der Besuch von Hamburgs Kirchen kostenlos?

Der Besuch des Kirchenraums ist bei den meisten Hauptkirchen Hamburgs kostenlos. Eintritt kostet hingegen die Besteigung der Türme von St. Michaelis und St. Nikolai sowie einzelne Sonderausstellungen. Um Enttäuschungen zu vermeiden, lohnt sich vorab ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten und Preise der jeweiligen Gemeinde.

Warum ist St. Nikolai heute eine Ruine?

St. Nikolai wurde bei den schweren Luftangriffen auf Hamburg im Jahr 1943 weitgehend zerstört. Erhalten blieben vor allem der Turm und Teile der Außenmauern. Statt eines Wiederaufbaus entschied man sich, die Ruine als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt zu bewahren. Eine Dauerausstellung im Gewölbekeller erinnert an die Zerstörung der Stadt.

Fazit

Hamburgs Kirchen verbinden mittelalterliche Backsteingotik, Barock und die Mahnung an den Krieg zu einem dichten Stadterlebnis. Die fünf Hauptkirchen liegen so nah beieinander, dass sich alle an einem Vormittag erwandern lassen. Plane einen Rundgang, steige auf den Michel oder die Nikolai-Ruine und lass die Geschichte der Hansestadt auf dich wirken – am besten mit einem Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten vor deinem Besuch.